Regina steht vor dem Spiegel und hat gerade ihre Perücke aufgesetzt.

Perücke tragen: meine persönlichen Erfahrungen

Heute morgen habe ich kurz überlegt, welche Perücke ich anziehe. Nicht lange. So wie man überlegt, welche Schuhe zum Outfit passen. Dann habe ich eine genommen, sie aufgesetzt, kurz in den Spiegel geschaut und bin rausgegangen. Das war nicht immer so. Was dazwischen liegt, ist eine Geschichte mit einigem Frust, mit Umwegen und teuren Fehlkäufen.

Das Wichtigste in Kürze:

Wie ich zur Perücke gekommen bin

Ehrlich gesagt: ich war immer ein Dünnhaarmädchen. Deshalb trug ich viele Jahre Extensions. Das war für mich normal.

Als mir klar wurde: Das ist Haarausfall!

Es war im Urlaub. Ich stand im Badezimmer, besseres Licht als bei mir zu Hause, und sah am Oberkopf die Bondings meiner Extensions deutlich durch. In diesem Moment fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Die vielen Haare in der Bürste. Auf dem Kopfkissen. In der Dusche. Seit Monaten. Das war kein saisonaler Ausfall, kein kurzer Stress. Das war ernstzunehmender Haarausfall, gleichmäßig über den gesamten Kopf verteilt. Ich bekam echte Panik. Vor meinem geistigen Auge sah ich mich als Frau mit Glatze. Meinen Partner mit einer anderen. Der ganze Film halt.

Ärzte, Shampoos, Vitamine: Was ich alles versucht habe

Freundinnen hatten Tipps, die Frisörin auch. Ärzte haben nach Ursachen gesucht: Hormonwerte, Blutbilder, Vitaminpräparate, verschiedene Shampoos. Sie haben sich Mühe gegeben. Bei mir ließ sich keine behandelbare Ursache finden. Bis mir das klar wurde, habe ich keine Behandlung, kein Mittel ausgelassen. Ohne Erfolg

Der Rat der Dermatologin

Die letzte Dermatologin, die ich wegen meiner Haare aufsuchte, sagte mir schließlich: „Was auch immer Sie gegen den Haarausfall unternehmen, Ihre Haare werden nie so werden, dass Sie sich damit wieder schön fühlen. Finden Sie sich mit der Situation ab und suchen Sie nach einem Haarersatz.“ Das saß. Hat mich aber in die richtige Richtung geführt. Aus „ich bin krank“ wurde „ich hab halt wenig Haare. Und such mir jetzt den richtigen Haarersatz.“

Erste Lösung: der Topper

Meine Frisörin half mir, einen kleinen Topper aus Echthaar zu finden. Ein einfaches Teil von Amazon, das sie in Schnitt und Farbe an meine Haare anpasste. Es kaschierte die lichten Stellen am Oberkopf. Ich war zunächst erleichtert. Im Laufe der Zeit wurde dem kleinen Topper ein größerer. Irgendwann reichte auch der nicht mehr.

Topper in der Rückansicht, so dass die Befestigungs-Clipps erkennbar sind.
Ein Topper lässt sich mit ein paar Clips im eigenen Haar befestigen.
Perücke tragen: meine persönlichen Erfahrungen
2023 mit fest verwebtem Haarsystem

Mein Umweg über Haarsysteme

Eine Perücke wollte ich auf keinen Fall. Die Vorstellung, abends ein Haarteil abzunehmen und beiseite zu legen, erinnerte mich an meine Oma, die abends ihre dritten Zähne ins Glas legte. Wer will das schon?! Also habe ich das Internet von vorne bis hinten durchsucht und Haarsysteme entdeckt. Das sind Haarteile, die entweder ins Resthaar eingewebt oder auf der Kopfhaut verklebt werden.

Vor- und Nachteile von Haarsystemen

Vorteil

Nachteile

Wann Haarsysteme trotzdem eine Lösung sein können

Wenn die Haare ausschließlich am Oberkopf ausfallen, deckt ein Haarsystem diese Stelle gut ab. Wer trotz Haarausfall über einen kräftigen eigenen Haaransatz verfügt, kann den Übergang mit Eigenhaar kaschieren.


Bei diffusem Haarausfall und dünnem Haaransatz, wie bei mir, funktioniert das nicht. Man konnte mir förmlich von der Stirn ablesen, dass diese Haare nicht meine waren. Ich versuchte das mit einem Pony zu kaschieren. Pony steht mir nicht.

Haarersatz? Perücke? Kommen dir diese Bedenken bekannt vor?

Was ich heute weiß: Die meisten dieser Ängste lösen sich in Luft auf, sobald Topper oder Perücke wirklich zu dir passen. Worauf es dabei ankommt, ist lernbar.

Die erste Perücke. Ein Grund zur Freude?

Irgendwann hatte ich genug von den Haarsystemen und ich habe mich überwunden. Also suchte ich mir ein schickes Perückenstudio mit viel Privatsphäre.Ich verließ das Studio 2.500 Euro ärmer, mit einer Echthaarperücke, 40 cm lang, leicht auf mich zugeschnitten, gute Haarqualität. Dass diese Perücke, genau wie die Systeme vorher, zu viel Volumen und keinen erkennbaren Scheitel hatte, hielt ich damals für unvermeidbar. Ich fand mich superschön. Mein Partner und ich feierten meine neuen Haare und gingen noch am selben Abend ins Theater.

2.500 Euro und eine Perücke, die wackelt

Auf der Treppe in den Saal spürte ich es. Die Perücke wackelte am Hinterkopf. Unsichtbar für andere. Für mich deutlich. Die Perücke war zu groß. Ich reklamierte. Ohne Erfolg. Die Perücke war personalisiert und getragen. Das Perückenstudio nähte sie hinten etwas zusammen. Kann man machen. Aber wenn eine Perücke so viel zu groß ist, passt auch der Haaransatz an der Stirn nicht. Er wirft leichte Wellen. Wieder der Haaransatz! Was für eine Enttäuschung.

Meine zweite Perücke. Schon besser.

Ich kaufte eine weitere Echthaarperücke. Diesmal online. Noch einmal 1.300 Euro plus Frisörbesuch. Die neue Perücke saß super, die Haarqualität: perfekt. Aber irgendwie sah auch sie nicht natürlich aus. Woran das lag, fand ich erst mit der Zeit heraus. Es folgten mehr Käufe, mehr Fehlkäufe, mehr Erkenntnisse über Volumen, Haarqualität, Montur, Scheitel und Haaransatz. Meine Perücken wurden besser.

Und dann: der schlimmste Moment

Trotzdem passierte mir das: Ich hatte mich langsam zurückgekämpft. Ich trug eine Perücke, mit der ich mich wohl fühlte und fing an, wieder gerne auszugehen. Dann kam diese Party. Kleiner Kreis, überwiegend vertraute Runde. Meine Perücke: 40 cm langes, kastanienbraunes Haar. Eine Bekannte kam auf mich zu, griff nach meinen Haaren und sagte laut: „Trägst du jetzt Perücke?!“ Ich werde nicht schreiben, was ich in diesem Moment am liebsten getan hätte. Mildernde Umstände wären mir sicher gewesen.

Aber genau dieser Moment war der Wendepunkt. Es wird immer Menschen geben, die uns verletzen. Aufstehen, Krönchen richten, das Beste draus machen. Ich habe HairUpGirl draus gemacht.
Perücke tragen: meine persönlichen Erfahrungen
Das ist eine Nachfolgerin der Perücke, für die ich mein erstes Kompliment bekommen habe.

Das erste Kompliment und was es verändert hat

Morgens kurz nach acht bei meiner Augenärztin. Mitten in der Untersuchung fragte sie mich: „Wie schaffen Sie es, um diese Uhrzeit schon so eine tolle Frisur zu haben? Waren Sie etwa schon beim Frisör?“ Ich hab’s ihr erklärt. Wir haben beide herzlich gelacht.

Das war ungefähr drei Jahre nach dem Start dieser ganzen Geschichte. Eineinhalb Jahre Haarsysteme, dann Perücken, die mich nicht wirklich überzeugten. Trotzdem dieser Satz. Für eine (zugegebener Maßen: richtig gute) Kunsthaarperücke, die ich mir morgens aufgesetzt hatte, weil es schnell gehen musste. Und deren Nachfolgerinnen ich heute noch gerne trage.

Die Echthaarperücken, die ich heute trage

Schließlich fand ich eine Echthaarperücke mit einem Haaransatz, der endlich so aussah, wie ich mir das vorgestellt hatte. Natürlich, mit erkennbarem Scheitel, ohne dass man selbst nachhelfen muss. Ich kaufte gleich zwei: einen 30 cm Bob und eine in 40 cm Länge. Letztere ließ ich auf mich zuschneiden und im Volumen leicht reduzieren. Das sind aktuell meine Lieblings-Fiffis und auch hier auf den Fotos zu sehen.
Regina mit einer 40cm-Echthaar-Perücke
Regina mit ihrer Lieblingsperücke im Bob-Style

Was mich immer noch überrascht

Nach Jahren mit Haarersatz gibt es immer noch Augenblicke, die mich überraschen.

Wie ich heute mit Perücke lebe

Meine drei Lieblings-Fiffis stehen immer schön frisiert bereit. Die, die ich noch mag, aber gerade nicht trage, ruhen gut verpackt im Kleiderschrank.

Fiffis, das ist mein Kosename für sie. Weil ich sie liebgewonnen habe. Sie sind ein Teil von mir. Sie geben mir jeden Morgen die Freiheit zu entscheiden, wie ich aussehen will. Länge, Farbe, Style. Das hatte ich mit meinen eigenen Haaren so nie.

Bad Hair Days? Die haben andere.

Ich hätte mir auf diesem Weg jemanden gewünscht, der mich ohne Verkaufsabsicht und mit eigener Erfahrung berät. Das hätte mir manchen Fehlkauf, viel Zeit und Enttäuschungen erspart. Deshalb schreibe ich das hier. Und deshalb mache ich das, was ich mache.

Du willst dir all diese Umwege ersparen und gleich die richtige Lösung für dein Haarproblem? Oder willst Du einfach nur mal reden?

Manchmal will man einfach nur kurz mit jemandem reden, der versteht, worum es geht. Das bin ich. Klick einfach auf den Link unten und verabrede ein Telefonat mit mir. 15 Minuten nur für Dich. Kein Verkaufsgespräch, kostenlos und unverbindlich. 

Häufige Fragen zum Thema Perücke tragen

Im Nachhinein: ja, vieles davon. Ich wusste damals nicht, worauf es bei einer Perücke wirklich ankommt. Haaransatz, Scheitel, Volumen, Montur. Das hat Zeit, Geld und Enttäuschungen gekostet.
Nein. Keine behandelbare Ursache gefunden. Der Rat der Dermatologin, mich mit der Situation abzufinden und Haarersatz zu suchen, war richtig. Dennoch stelle ich fest, dass die „Ruhe und Erholung“, die meine eigenen Haare unter der Perücke genießen, Wirkung zeigt.
Jahre. Das lang daran, dass ich lange keine Perücke fand, die richtig saß und eine wirklich gute Haarqualität hat. Der Begriff „Echthaar“ ist kein Garant dafür, dass das Haar natürlich fällt und auch nach ein paar Haarwäschen nicht verhakt. Wichtig sind auch: Scheitel, Ansatz und Volumen. All das Wissen darüber habe ich mir mühsam durch „Try & Error“ angeeignet.

Kommt auf die Perücke an. Mit einer, die die Basics erfüllt, bekomme ich Komplimente für meine Haare. Mit einer, die es nicht tut, fällt es auf. Und wenn ich meine eigenen Tipps im Umgang mit einer Perücke nicht berücksichtige, fällt’s auch auf.

Ein Topper eignet sich besonders bei lichten Stellen am Oberkopf, wenn noch ausreichend Eigenhaar vorhanden ist. Bei sehr starkem diffusem Haarverlust ist eine Vollperücke meist die stabilere und entspanntere Lösung.

Weil ich mir genau das gewünscht hätte: jemanden mit eigener Erfahrung, ohne Verkaufsinteresse, der mir sagt, worauf es wirklich ankommt. Das hätte mir viel Frust, Zeit und Geld erspart.

Das hängt von deinem aktuellen Haarstatus, deinem Alltag und deinen persönlichen Vorlieben ab. Wichtig ist, eine Lösung zu wählen, die zu deiner Situation passt und sich anpassen lässt, falls sich dein Haarausfall verändert. Meine unabhängige Beratung hilft dabei, kostspielige Fehlkäufe zu vermeiden.

Über die Autorin

Regina Tschöpe ist Perückenberaterin. Als Gründerin von HairUpGirl testet sie Modelle und Techniken auf Aussehen und Alltagstauglichkeit – und zwar meist am eigenen Kopf: Denn Regina trägt seit Jahren selbst Perücken. Ihre Kundinnen berät sie unabhängig von Marken, Studios und Verkaufsprovisionen. In ihrem Blog teilt sie eigene Erfahrungen mit dem Zweithaar, gibt konkrete Hinweise zum Perückenkauf und verrät Tipps rund um Styling, Pflege und das Leben mit Haarersatz.

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